Porrione74

Die Bottini

Die unterirdische Seele

Unter der Wärme der roten Backsteine Sienas erstreckt sich eine stille und feuchte Welt: die Bottini. Dieses unglaubliche, über 25 Kilometer lange Netz unterirdischer Aquädukte wurde im Laufe der Jahrhunderte von Hand gegraben, um die Stadt mit Wasser zu versorgen – eine kostbare Ressource für ein Zentrum, das auf trockenen Hügeln und fernab von großen Flüssen errichtet wurde.
Das Begehen dieser Stollen, die kaum höher als ein Mann und so schmal wie die Schultern sind, ist ein ebenso spannendes wie faszinierendes Erlebnis. Man kann den Einfallsreichtum der mittelalterlichen „Architekten“ bewundern, denen es gelang, das Wasser unter Ausnutzung des natürlichen Gefälles zu den monumentalen Brunnen an der Oberfläche, wie etwa Fontebranda, zu leiten.
Die Stille, die nur vom stetigen Tropfen des Wassers unterbrochen wird, und der Anblick der Kalksteinformationen machen den Besuch der Bottini zu einer einzigartigen Reise. Es ist ein Tribut an die Beharrlichkeit und Intelligenz eines Volkes, das es verstand, die Natur seinen Bedürfnissen anzupassen und eine unsichtbare Stadt zu erschaffen, die das glanzvolle Siena, das wir alle kennen, widerspiegelt.
der Rat
die Neugier
die Anziehung
Vorbereitung auf den Besuch Die Bottini sind eine sehr besondere Umgebung: die Temperatur ist konstant bei etwa 15°C mit einer Luftfeuchte von 90%. Trage unbedingt wasserdichte Trekkingschuhe oder Gummistiefel, da man oft durch wenige Zentimeter Wasser läuft, und nimm auch im Hochsommer eine leichte Jacke mit. Wenn du unter Klaustrophobie leidest, überlege dir den Besuch gut, da die Durchgänge eng und geschlossen sind.
Der Zweig der Fonte Gaia: Dies ist der bekannteste und eindrucksvollste Abschnitt des Aquädukts. Wenn man diesen unterirdischen Gang entlanggeht, gelangt man direkt unter die Piazza del Campo, wo das Wasser gesammelt wird, bevor es aus dem monumentalen Brunnen sprudelt. Es ist ein unglaubliches Gefühl, zu wissen, dass man sich genau unter den Füßen tausender ahnungsloser Touristen befindet, im geheimen Herzen der Stadt.
Die „Guerchi“ und die Leggera: Die guerchi waren die Arbeiter, die die Bottini gruben. Die Legende besagt, dass viele von ihnen, die zu lange in Dunkelheit und Stille arbeiteten, begannen, mysteriöse Stimmen und Geräusche zu hören. Diese wurden der „Diana“ zugeschrieben – einem mythischen unterirdischen Fluss, von dem man glaubte, er fließe unter Siena. Dieser Glaube nährt seit Jahrhunderten die Folklore und die Geheimnisse der sienesischen Unterwelt.
Touristeninformation
Reservierung Erforderlich: Zum Schutz der Anlage ist die Anzahl der Besichtigungen stark begrenzt. Sie müssen Monate im Voraus über den Verein „La Diana“ oder die Stadt Siena gebucht werden.
Dauer: Die Standardroute dauert etwa eineinhalb Stunden. Eine gewisse körperliche Beweglichkeit ist erforderlich, um sich in den niedrigsten und engsten Abschnitten fortzubewegen.
Zugang: Der Treffpunkt für die Führungen variiert je nach gewähltem Zweig, beginnt aber in der Regel in der Nähe historischer Brunnen wie der Fonte Nuova d'Ovile oder der Fonte di Pescaia.